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Die Cloud

Obwohl Cloud-Funktionalität nicht unbedingt zu den Kern-Funktionen eines CMS gehören, soll diese hier gleich zu Beginn vorgestellt werden.

Hubzilla bietet Cloud-Funktionalität. Das bedeutet, dass jeder Kanal über ein Dateiverzeichnis verfügt, in dem weitere Unterverzeichnisse erzeugt und Dateien abgelegt werden können. Für jedes Verzeichnis, ja sogar für jede einzelne Datei können genaue Zugriffsrechte festgelegt werden. Das geht von einer Sichtbarkeit für die Allgemeinheit, eine Sichtbarkeit für Mitglieder bestimmter Gruppen bis hin zur einzelnen Freigabe für einzelne Mitglieder aus den eigenen Verbindungen. Es ist sogar möglich, Dateien mit Nutzern zu sharen, die keine Hubzilla-Identität haben. Dazu verwendet man Gastzugangs-Token.

Die Verwaltung von Dateien und Verzeichnissen kann auf zwei Arten erfolgen.

Dateiverwaltung mit der Weboberfläche

Einmal besteht die recht einfache Möglichkeit, die mit der Weboberfläche von Hubzilla zu erledigen. Die Oberfläche der Cloud ist über das App-Menü und die App „Dateien“ zu erreichen.

Die App zeigt nach Aufruf das Wurzelverzeichnis der eigenen Cloud. In der Weboberfläche kann man nun durch einfaches Klicken navigieren, also Ordner öffnen und betreten und sich bei der Auswahl einer einzelnen Datei diese anzeigen lassen (sofern der Webbrowser eine Voransicht für das jeweilige Dateiformat bietet) oder auf den eigenen Rechner herunterladen.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten der Ansicht. Einmal die Listenansicht, welche auch Dateioperationen erlaubt,

Dateien in der Listenansicht

oder in der Symbolansicht, die zwar mehr nach “Desktop” ausschaut, aber keine Dateioperationen zur Verfügung stellt.

Dateien in der Symbolansicht

Die Dateioperationen welche man über das Datei-/Ordnermenü (“⋮”) erreicht, ermöglichen die Anzeige eines Datei-Infos, das Anpassen der Datei- bzw. Verzeichnisberechtigungen, Umbenennen, Verschieben oder Kopieren, das Zuweisen von Dateien bzw. Verzeichnissen zu einer Kategorie, das Herunterladen einer Datei bzw. eines Verzeichnisses, sowie das Löschen.

Menü der Dateioperationen

Dem Anpassen der Berechtigungen kommt eine besondere Bedeutung zu, weil man damit steuern kann, wer die Dateien bzw. Ordner sehen kann und wer auf sie zugreifen darf. Bilder und Dateien, die auch für Besucher sichtbar sein sollen, müssen zwingend die Berechtigung “Öffentlich” bekommen. Das gilt auch zu beachten, falls man Web-Frameworks für Webseiten in seiner Cloud selbst hosten möchte.

Dateiverwaltung mittels WebDAV

Wesentlich komfortabler und empfohlen ist die Dateiverwaltung mittels WebDAV. Dieses Verfahren erlaubt den Up- und Download über spezielle Client-Apps, vor allem aber auch das Einbinden in das Dateisystem des eigenen Endgerätes. Mit WebDAV kann man die Cloud so in das Dateisystem des eigenen Rechners einbinden, dass es sich verhält, als würden die Dateien lokal auf dem eigenen Rechner vorliegen. Auf diese Weise kann man Dateien schnell und einfach mit den bevorzugten Mitteln kopieren, verschieben, umbenennen und sogar bearbeiten.

Berechtigungen

Bei Verwendung von WebDAV wird die Datei mit den Standard-Dateiberechtigungen Ihres Kanals erstellt, die innerhalb des Betriebssystems nicht geändert werden können. Möglicherweise sind diese auch nicht so restriktiv, wie Sie es gerne hätten. Die bevorzugte Methode, um Dateien privat zu machen, besteht darin, zunächst Ordner oder Verzeichnisse zu erstellen, dann die Cloud aufzurufen, das Verzeichnis auszuwählen und die Berechtigungen zu ändern. Tun Sie dies, bevor Sie etwas in das Verzeichnis legen. Die Verzeichnisberechtigungen haben Vorrang, sodass Sie dann Dateien oder andere Ordner in diesen Container legen können und diese durch die Verzeichnisberechtigungen vor unerwünschten Betrachtern geschützt sind. Es ist üblich, einen „persönlichen” oder „privaten” Ordner zu erstellen, der nur für Sie selbst zugänglich ist. Sie können diesen als persönliche Cloud verwenden, um alles aus dem Internet oder von jedem Computer aus zu speichern, und er ist vor anderen geschützt. Sie können auch Ordner für „Familie” und „Freunde” erstellen und den entsprechenden Datenschutzgruppen Berechtigungen erteilen.

Cloud-Desktop-Clients

Cloud-Desktop-Clients – Windows

WebDAV mit dem Assistenten der grafischen Benutzeroberfläche von Windows 10/11:

  1. Öffnen Sie den Datei‑Explorer.
  2. Rechtsklick auf “Dieser PC” → “Netzlaufwerk verbinden…”
  3. Wählen Sie einen Laufwerksbuchstaben.
  4. Unter “Ordner” geben Sie die DAV‑URL ein (z. B. https://example.com/remote.php/dav/files/benutzer).
  5. Setzen Sie Haken bei “Verbindung mit anderen Anmeldeinformationen herstellen”.
  6. Klicken Sie auf “Fertig stellen”.
  7. Geben Sie Benutzernamen und Passwort ein (ohne “@”).
  8. Optional: Haken bei “Anmeldeinformationen speichern”, wenn gewünscht.

Cloud-Desktop-Clients – Linux

Als Dateisystem einbinden

Um Ihr Cloud-Verzeichnis als Dateisystem zu installieren, müssen Sie zunächst davfs2 installieren. In 99 % der Fälle ist dies in den Repositorys Ihrer Distribution enthalten. In Debian installieren sie es mit

apt-get install davfs2

Unter Arch Linux erfolgt die Installation mit

pacman -S davfs2

Wenn Sie normalen Benutzern das Mounten des Dateisystems erlauben möchten, rufen Sie unter Debian

dpkg-reconfigure davfs2

auf und wählen Sie „Ja“ bei der Eingabeaufforderung.

Jetzt müssen Sie alle Benutzer, die dav mounten sollen, zur Gruppe davfs2 hinzufügen:

usermod -aG davfs2 <DesktopUser>

Hinweis: Auf einigen Systemen kann die Benutzergruppe unterschiedlich sein, z. B. „network“ unter Arch Linux. Wenn Sie sich nicht sicher sind, lesen Sie die davfs-Dokumentation für Ihr Betriebssystem.

Bearbeiten Sie /etc/fstab

nano /etc/fstab

um Ihr Cloud-Verzeichnis hinzuzufügen, indem Sie folgendes hinzufügen

<domain_name>/dav/ /mount/point davfs user,noauto,uid=<DesktopUser>,file_mode=600,dir_mode=700 0 1

wobei <domain_name> die URL Ihres Hubs ist, /mount/point der Ort, an dem Sie die Cloud mounten möchten, und <DesktopUser> der Benutzer, mit dem Sie sich an Ihrem Computer anmelden. Beachten Sie, dass sich der Mount-Punkt in Ihrem Home-Verzeichnis befinden muss, wenn Sie als normaler Benutzer (nicht als Root) mounten.

Wenn ich beispielsweise meine Cloud in einem Verzeichnis namens „cloud” in meinem Home-Verzeichnis mounten möchte und mein Benutzername „bob” lautet, würde meine fstab wie folgt aussehen

https://<domain_name>/dav/ /home/bob/cloud davfs user,noauto,uid=bob,file_mode=600,dir_mode=700 0 1

Erstellen Sie nun den Mount-Punkt.

mkdir /home/bob/cloud

Erstellen Sie außerdem ein Verzeichnis, in dem Sie Ihre Anmeldedaten speichern können

mkdir /home/bob/.davfs2

Erstellen Sie eine Datei namens „secrets”

nano /home/bob/.davfs2/secrets

und fügen Sie Ihre Cloud-Anmeldedaten hinzu

https://<domain_name>/dav <username> <password>

Dabei sind <username> und <password> der Benutzername und das Passwort für Ihren Hub.

Verhindern Sie, dass diese Datei von Personen geschrieben werden kann, die sie nicht benötigen, mit

chmod 600 /home/bob/.davfs2/secrets

Hängen Sie schließlich das Laufwerk ein.

mount https://<domain_name>/dav

Sie finden Ihre Cloud nun unter /home/bob/cloud und können sie wie einen Teil Ihres lokalen Dateisystems verwenden – auch wenn die von Ihnen verwendeten Anwendungen selbst keine DAV-Unterstützung bieten.

Fehlerbehebung

Bei einigen Webservern und bestimmten Konfigurationen kann es vorkommen, dass davfs2 Dateien mit einer Größe von 0 Byte erstellt, während andere Clients einwandfrei funktionieren. Dies wird in der Regel durch Cache und Sperren verursacht. Wenn Sie von diesem Problem betroffen sind, müssen Sie Ihre davfs2-Konfiguration bearbeiten.

nano /etc/davfs2/davfs2.conf

Ihre Distribution stellt eine Beispielkonfiguration zur Verfügung, und diese Datei sollte bereits vorhanden sein, jedoch ist der größte Teil davon mit einem # am Anfang der Zeile auskommentiert.

Der erste Schritt besteht darin, die Sperren zu entfernen.

Bearbeiten Sie die Zeile use_locks so, dass sie use_locks 0 lautet.

Hängen Sie Ihr Dateisystem aus, hängen Sie es erneut ein und versuchen Sie, eine Datei über die Befehlszeile zu kopieren. Beachten Sie, dass Sie für diesen Test eine neue Datei kopieren und keine alte überschreiben sollten. Warten Sie ein oder zwei Minuten und führen Sie dann ls -l -h aus, um zu überprüfen, ob die Dateigröße Ihrer neuen Datei nun größer als 0 Byte ist. Wenn ja, hören Sie hier auf und unternehmen Sie nichts weiter.

Wenn das immer noch nicht funktioniert, deaktivieren Sie den Cache. Beachten Sie, dass dies Auswirkungen auf die Leistung hat und daher nur durchgeführt werden sollte, wenn das Deaktivieren der Sperren Ihr Problem nicht gelöst hat. Bearbeiten Sie die Zeile cache_size und setzen Sie sie auf cache_size 0. Setzen Sie außerdem file_refresh auf file_refresh 0. Hängen Sie Ihr Dateisystem aus, hängen Sie es wieder ein und testen Sie es erneut.

Wenn es immer noch nicht funktioniert, können Sie noch eine weitere Maßnahme ergreifen. (Dieses Problem wird durch einen Fehler in älteren Versionen von dav2fs selbst verursacht, sodass ein Update auf eine neue Version ebenfalls Abhilfe schaffen kann). Aktivieren Sie das Löschen schwacher ETAGs, indem Sie drop_weak_etags 1 festlegen. Hängen Sie Ihr Dateisystem aus und hängen Sie es erneut ein, um die Änderungen zu übernehmen.

Dolphin

Rufen Sie webdavs://example.com/dav auf, wobei „example.com” die URL Ihres Hubs ist.

Wenn Sie zur Eingabe eines Benutzernamens und eines Passworts aufgefordert werden, geben Sie Ihren Kanalnamen (den ersten Teil Ihres Webbies – ohne @ oder Domainnamen) und das Passwort für Ihr normales Konto ein.

Nautilus
  1. Öffnen Sie ein Dateibrowser-Fenster (das ist Nautilus).
  2. Wählen Sie im Menü „Datei“ > „Mit Server verbinden“.
  3. Geben Sie davs://<domain_name>/dav/<your_channelname> ein und klicken Sie auf „Verbinden“.
  4. Sie werden zur Eingabe Ihres Kanalnamens (wie oben) und Ihres Passworts aufgefordert.
  5. Ihr persönliches DAV-Verzeichnis wird im Fenster angezeigt.
Nemo

Für (Dateibrowser) Nemo 1.8.2 unter Linux Mint 15, Cinnamon 1.8.8. Nemo ist dort der Standard-Dateibrowser.

1. Möglichkeit

Geben Sie „davs://<domain_name>/dav/<your_channelname>” in die Adressleiste ein.

2. Möglichkeit

Menü > Datei > Mit Server verbinden

Füllen Sie das Dialogfeld aus

- Server: hubzilla_domain_name - Typ: Sicheres WebDAV (https) - Ordner: /dav - Benutzername: Ihr_Kanalname - Passwort: IhrPasswort

Sobald die Verbindung hergestellt ist, können Sie ein Lesezeichen setzen.